Köln, 21.5.2008. Gefährliche Durchfallerkrankungen bei Kindern haben im Katastrophengebiet in Myanmar in den vergangenen Tagen stark zugenommen. UNICEF-Mitarbeiter in Labutta im Irrawaddy-Delta berichten, dass dort bereits jedes dritte Kind davon betroffen ist. Ohne medizinische Hilfe ist die Gefahr des Austrocknens des Körpers groß. Vielfach sind die Kinder ohnehin chronisch mangelernährt. UNICEF hat große Mengen Orale Rehydratationssalze zur Verfügung gestellt, um die Kinder zu behandeln. Doch viele abgelegene Ortschaften sind immer noch ohne Versorgung. Starke Regenfälle erschweren die Lage der Überlebenden und die Arbeit der Helfer zusätzlich.
Verseuchtes Wasser, Mangelernährung und Infektionskrankheiten bilden einen Teufelskreis für die Kinder im Katastrophengebiet. UNICEF hat deshalb damit begonnen, Kinder gegen Masern zu impfen, da das Risiko einer tödlichen Epidemie besteht. In Labutta wurden die ersten 1.000 Kinder geimpft. Weiter unterstützt UNICEF die Einrichtung von therapeutischen Ernährungszentren in Gesundheitsstationen, um schwer mangelernährte Kinder zu versorgen. Untersuchungsteams versuchen, den Ernährungszustand der Kinder in den verstreut liegenden Ortschaften laufend zu überwachen. Denn bereits vor dem Wirbelsturm war etwa ein Drittel der Kinder im Irrawaddy-Delta chronisch mangelernährt.
Nach Angaben der Vereinten Nationen haben sich in den besonders betroffenen Gebieten im Irrawaddy-Delta und im Großraum Rangun 239 Notaufnahmelager gebildet. Viele von ihnen sind weiter unorganisiert. Die meisten Notunterkünfte sind in buddhistischen Tempeln und nur eine kleine Minderheit in Zeltlagern. Viele Menschen harren auch in öffentlichen Gebäuden aus. Bisher wurden 61 Kinderschutzzonen in Notaufnahmelagern eingerichtet. Weitere 78 sind in Vorbereitung.
(PM:UNICEF)
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