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UNICEF: Null Toleranz für Kinderpornografie
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Nachrichten - Deutschland
Geschrieben von: nhd   
Donnerstag, 28. August 2008 um 11:38
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(UNICEF). UNICEF Deutschland unterstützt den Vorstoß des BKA-Präsidenten Jörg Ziercke, der rasanten Ausbreitung der Kinderpornografie im Internet entschiedener entgegen zu treten und fordert Bundesregierung und Internetprovider in Deutschland auf, eine Vorreiterrolle im Kampf gegen die weltweite kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Pornografie zu übernehmen. Hierzu müssen sofortige Zugangssperren zu entsprechenden Seiten eingerichtet und klare gesetzliche Regelungen zum Stopp dieser Seiten geschaffen werden.

„Bei Kinderpornografie darf es keine Toleranz geben. Hinter jedem Bild stecken Leid und Missbrauch eines Kindes. Das Internet ist zum neuen Marktplatz für die weltweit tätigen kriminellen Netzwerke geworden, die mit Kinderpornografie Millionen verdienen. Gleichzeitig sinkt offenbar die Hemmschwelle, auf Kinderpornografie zuzugreifen, wenn die Inhalte immer und überall verfügbar sind“, sagte UNICEF-Sprecherin Helga Kuhn.

In drei Monaten findet im brasilianischen Rio de Janeiro der dritte Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern statt. Dort muss sich auch Deutschland an seinen konkreten Schritten gegen Kinderpornografie und andere Formen der sexuellen Ausbeutung von Kindern messen lassen. (Siehe hierzu www.unicef.de/weltkongress.html und www.iiicongressomundial.com).

BKA-Chef Ziercke hatte gestern berichtet, dass die Fälle des Besitzes, der Beschaffung und der Verbreitung von Kinderpornografie im vergangenen Jahr um 55 Prozent auf mehr als 11.000 angestiegen seien und sich die Zahl der Fälle, in denen die Inhalte über das Internet beschafft wurde, verdoppelt habe.

UNICEF hatte bei einer Konferenz im Juni diesen Jahres gemeinsam mit der Kinderschutzorganisation ECPAT darauf aufmerksam gemacht, dass sich Kinderpornografie und Kinderhandel weltweit zu riesigen Märkten mit enormen Gewinnspannen entwickelt haben. Zehntausende Konsumenten im Internet heizen die Nachfrage nach pornografischen Darstellungen mit Kindern an und fördern den Missbrauch von Kindern – in Deutschland wie in vielen ärmeren Ländern.

Das Internet ist ein Treffpunkt für Täter geworden, die Bilder handeln und tauschen. Sie bieten Kinder gegen Geld zum sexuellen Missbrauch an und geben auch Warnungen vor strafrechtlicher Verfolgung weiter. Die Anonymität im Netz macht es den Tätern leicht. Lehrer, Eltern und Kinder wissen zu wenig über die Risiken des Internet. Mädchen und Jungen bringen sich ahnungslos in Gefahr, indem sie persönliche Daten und Bilder ins Netz stellen.

UNICEF Deutschland fordert gemeinsam mit ECPAT, dass Internetprovider und Plattformen kinderpornografische Inhalte umgehend aus dem Netz nehmen beziehungsweise den Zugang zu entsprechenden Seiten sofort sperren. Sie müssen die Strafverfolgungsbehörden bei der Tätersuche unterstützen. Kinder müssen über die Risiken von Internet und Chatrooms Bescheid wissen. Lehrer und Eltern sind aufgefordert, sich selbst zu informieren und ihre Kinder zu schützen.

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