(Welthungerhilfe). Die Welthungerhilfe stoppt die Versorgung von 450.000 vom Bürgerkrieg betroffener Menschen in Nord-Darfur. Als Grund führt die Hilfsorganisation zwei Vorfälle der vergangenen fünf Wochen an, bei denen bewaffnete kriminelle Banden Mitarbeiter, die Nahrungsmittel im Rebellengebiet verteilten, mit dem Tod bedroht, ausgeraubt und sieben Lastwagen gestohlen haben sollen.
"Das Risiko für unsere Mitarbeiter ist angesichts der sich weiter verschlechternden Sicherheitslage zu groß geworden", sagt Johan van der Kamp, Regionalkoordinator der Welthungerhilfe in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. "Bis vor fünf Wochen waren wir als Hilfsorganisation nicht das Ziel von Angriffen, das hat sich jetzt geändert."
Durch das Aussetzen der Lieferungen können 450.000 Menschen nicht versorgt werden. Im Moment ist die Zeit besonders kritisch, da die karge Ernte fast aufgebraucht und die neue noch nicht eingefahren ist – der sogenannte "hunger gap". "Dies betrifft vor allem die Menschen in entlegenen ländlichen Gebieten", sagt van der Kamp. "Wir wollen verhindern, dass sie auch in die Flüchtlingslager strömen. Wenn sie dort einmal angekommen sind, wird es schwer, dass sie in ihre Heimatdörfer zurückkehren und ihre Felder wieder bestellen."
Die Welthungerhilfe bemüht sich nun darum, Sicherheitsgarantien von den verschiedenen kämpfenden Fraktionen zu bekommen. "Solange die lokalen Anführer keine Sicherheitsgarantien abgeben, können wir die Verteilung nicht wieder aufnehmen", sagt van der Kamp.
Die Welthungerhilfe verfolgt mit Sorge, dass Mitarbeiter von Hilfsorganisationen zunehmend Ziel von Angriffen in Darfur sind. Viele wurden überfallen, manche sogar getötet. Kriminelle, welche die chaotische Sicherheitslage ausnutzen, werden zunehmend brutaler.
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